Im Prinzip verzehren die meisten von uns sehr viel mehr Eiweiße (Proteine), als der Körper benötigt. Es wird unabhängig von einer Erkrankung eine Eiweißzufuhr von mindestens 1,0 g / kg Körpergewicht empfohlen (nicht weniger!). Bei zuwenig Eiwweißzufuhr kommt es ansonsten zu einem Abbau von körpereigenem Eiweiß, was zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Anfälligkeit für Infektionen führt.
Kranke Nieren werden durch eine übermäßige Eiweißzufuhr überfordert und damit langfristig geschädigt. Zudem kommt es zu einem unerwünschten Anstieg von im Blut, denn Harnstoff ist ein Endprodukt des Eiweißstoffwechsels. Es gibt wertvolles tierisches Eiweiß (z.B. aus Ei, Milchprodukten Fleisch und Fisch) und weniger wertvolles Eiweiß (meist pflanzliches Eiweiß). Der tägliche Bedarf eines einzelnen Patienten hängt von seiner Körpergröße, dem Alter, der Nierenfunktion und dem zugrundeliegenden Nierenleiden ab.
Eine mögliche Diät richtet sich nach der (Rest-) Funktion, welche die Niere noch ausüben kann. Die tägliche Zufuhr an Eiweiß wird verringert. Dabei ist das tierische (höherwertige) Eiweiß dem pflanzlichen vorzuziehen. Eiweiß ist ein wichtiger Grundstoff unserer Nahrung und in zahlreichen Lebensmitteln enthalten.
Empfehlungen für die Eiweißzufuhr sind:
- Leichte Niereninsuffizienz = 0,8 bis 1,0 g Eiweiß/kg Körpergewicht /Tag
- Mäßige Niereninsuffizienz = 0,6 bis 0,8 g Eiweiß / kg Körpergewicht /Tag
- Fortgeschrittene Niereninsuffizienz = 0,8 bis 1,0 g Eiweiß / kg Körpergewicht /Tag
- Hämodialyse etwa 1,0 bis 1,2 g Eiweiß / kg Körpergewicht / Tag
- Peritonealdialyse etwa 1,2 g Eiweiß / kg Körpergewicht / Tag
Für den persönlichen Eiweißbedarf legen Sie das Normalgewicht (nach Broca: Körperlänge in cm minus 100) zu Grunde.
Einige Grundsätze für den Umgang mit Eiweiß:
- Meiden Sie den Verzehr von Nahrungsmittel mit hohem Eiweißgehalt ein oder schränken Sie den Verzehr ein.
- Lernen Sie den Eiweißgehalt der einzelnen Nahrungsmittel kennen und stellen gemäß der vorgeschlagenen Menge Ihren Speiseplan zusammen.
- Bevorzugen Sie Nahrungsmittel mit mittlerem und niedrigem Eiweißgehalt.
- Bevorzugen Sie bei Fleisch, Wurst und Käse Sorten mit hohem Fettgehalt, da diese weniger Eiweiß enthalten.
- Anstelle von Milch können Sie ein Sahne-Wasser-Gemisch (1/3 Sahne und 2/3 Wasser) verwenden, z.B. für die Zubereitung von Pudding, ...
- Bereiten Sie Salate mit Essig-Öl-Marinade oder mit Sahne-Mayonnaise-Marinade zu.
- Zu Kaffee und Tee nehmen Sie Kaffeesahne oder süße Sahne anstatt Milch.
- Nehmen Sie als Brotbelag zum Frühstück bevorzugt Konfitüre, Honig oder auch pflanzliche Brotaufstriche, Gemüse.
- Bevorzugen Sie als Streichfett überwiegend eine hochwertige, pflanzliche Margarine, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist.
- Obst und Gemüse können Sie ohne Mengenbeschränkung essen. Lediglich Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Mais) haben einen hohen Eiweißgehalt. Ebenso Trockenobst.
Hinweise zu den einzelnen Nahrungsmitteln und deren Eiweißgehalt
Nahrungsmittel mit besonders hohem Eiweißgehalt:
- Fleisch (ca 25,8 g / 120 g Schweinefleisch),Wurst (10,2 g / 1 Paar Wiener),
- Geflügel, Eier (ca. 7,4 g / Ei)
- Fisch (36,6 g / 200g Seelachs),
- Soja
- Käse
Nahrungsmittel mit hohem Eiweißgehalt:
- Milch (6,6g / Glas Milch),
- Joghurt (5g /Becher), Quark,
- Eier (ca. 7,4 g / Ei)
Nahrungsmittel mit mittlerem Eiweißgehalt:
- Getreide
- Getreideerzeugnisse, z.B. Mehl, Teigwaren, Grieß
- Brot und Backwaren
- Hülsenfrüchte und Nüsse
Nahrungsmittel mit niedrigem Eiweißgehalt:
Eiweißfrei sind:
- Öl
- Margarine
- Zucker
- Honig
- Stärkemehl