Hohes Maß an Umdenken gefordert
Die Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung erfordert von den Betroffenen ein hohes Maß an Umdenken.
Ergibt sich beim so genannten Gesunden das körperliche Wohlbefinden fast „wie von selbst", muss ein Nierenkranker auf besondere Regeln der Ernährung und besonders auch Lebensführung achten. Bevor auf Krankheitsbewältigung und Gesundheitsprophylaxe eingegangen wird, sollen zunächst ethische Konflikte bedacht werden. Bei der familiären polyzystischen Nierenerkrankung handelt es sich ja um eine vererbliche Erkrankung.
Die Vererbung ist dominant, das heißt, dass man als Kind einer betroffenen Person ein fünfzigprozentiges Risiko hat, die Krankheit zu erben. Was bedeutet das für die Familienplanung bei Kinderwunsch? Es werden Argumente genannt, die für ein risikofreudiges Verhalten werben. Insbesondere wird die ideologische Überhöhung der Gesundheit kritisiert.
Krankheitsbewältigung
Für die Krankheitsbewältigung weisen Studienergebnisse darauf hin, dass die Annahme einer chronischen Erkrankung eine wichtige Bewältigungshilfe darstellt und sich Selbstzweifel und Sinnfragen eher belastend auswirken.
Es werden Vorschläge zum Umgang mit Einschränkungen und Beeinträchtigungen gegeben. Eine in Europa vielfach unterschätzte Bewältigungshilfe stellt die Religiosität dar. Neuere Forschungsergebnisse weisen auf den Nutzen positiver Gottesbilder hin. Das Gefühl, von Gott angenommen und geliebt zu sein, kann sich hier als Trost und Halt erweisen. Bewährte Strategien religiöser Krankheitsbewältigung werden vorgestellt.
Autor: Dr. Michael Utsch, Berlin anläßlich seines Vortrags zum 3. Symposium „Familiäre Zystennieren" in Darmstadt am 17.03.2007
Audiobeiträge von Dr. Michael Utsch
Audiobeitrag von Dr. Utsch (mp3, 180 kB)
Audiobeitrag Dr. Utsch: Umgang mit der Erkankung (mp3, Dateigröße 1300 kB)
Audiobeitrag Dr. Utsch: Recht auf Gesundheit, Krank-aber-gluecklich (mp3, Dateigröße 1700 kB)
Audiobeitrag Dr. Utsch: Werte (mp3, Dateigröße 2200 kB)
Audio Dateien: Informationen zum Öffnen und Speichern von Audio Dateien (z.B. mp3) finden Sie in unserer Hilfe
Umgang mit Stress
Für die Gesundheitsprophylaxe ist der Umgang mit Stress zentral. Hier werden verschiedene Haltungen und Wege aufgezeigt, den Alltag gelassen und entspannt anzugehen. Als Stressfaktor Nr. 1 wird die eigene Erwartungshaltung identifiziert, die den Umständen entsprechend zu modifizieren ist.
Umgang mit Depressionen
Viele Betroffenen haben immer wieder depressive Phasen. Sie als Betroffener und auch ihre Angehörigen erleben als Folge der Depression große Belastungen durch. Je mehr Sie über Depression, die Behandlungsmöglichkeiten und Prognose wissen, desto besser werden Sie in ihrer Familie darüber sprechen und damit umgehen können. Nutzen Sie bei länger andauernden Phasen deshalb unbedingt professionelle Hilfe.
Lesen Sie hierzu Informationen auf der Webseite www.depression-leitlinien.de
Angst bei Zystennieren
Lesen Sie hierzu unser Infoblatt E41.
Glaube und Erkrankung
Für viele Menschen stellt der Glaube eine gute Hilfe zur Bewältigung der Erkrankung dar. Lesen Sie hierzu den Vortrag von Hr. Engelbrecht zu Glaube und Erkrankung, (PDF / Dateigröße 79 kB) oder den Vortrag
zu Spiritualität und Krankheit, (PDF / Dateigröße 79 kB)