Zystennieren erzeugen oftmals Bluthochdruck
Etwa 60-70 % der Personen mit ADPKD sind Hypertoniker. Hoher Blutdruck kann schon in der Jugend als erstes Symptom auftreten. Man nimmt an, dass die Nierenzysten auf die Nierengefäße drücken, wodurch in manchen Nierenbezirken ein reduzierter Blutfluss entsteht. Sensoren in der Niere reagieren dann so, als wäre der Blutdruck in der gesamten Niere erniedrigt. Daraufhin wird Renin, ein nierenspezifisches Hormon ausgeschüttet, welches wiederum Angiotensin stimuliert. Dies führt zu einer allgemeinen Gefäßverengung und verursacht Hohen Blutdruck.
Unbehandelter Hoher Blutdruck schädigt mittel- bis langfristig die Nieren, die Gefäße, vergrößert das Herz und kann zum Schlaganfall führen.
Definition Blutdruck
Der Blutdruck ist der Druck des Blutes in einem Gefäß. So wird in der Fachsprache der exaktere Begriff des Gefäßdruckes verwendet. In verschiedenen Bereichen des Blutkreislaufs herrschen unterschiedliche Druckverhältnisse. Spricht man ohne näheren Zusatz vom Blutdruck, dann meint man in der Regel den arteriellen Druck in den großen Schlagadern auf Herzhöhe. Deshalb wird der Blutdruck immer in Herzhöhe gemessen.
Blutdruck als Risikofaktor
Ein zu hoher Blutdruck ist ein Risikofaktor für das Voranschreiten der Erkrankung. Eine gute Blutdruckeinstellung ist deshalb von besonderer Bedeutung. Der (hohe) Blutdruck stellt eine Lebensgefahr auf leisen Sohlen dar" (Zitat Prof. Dr. Riegel im Rahmen eines Vortrags vom 27.11.2003). Eine Blutdrucksenkung schützt langfristig alle Organe, auch wenn man subjektiv zunächst den Eindruck der Verschlechterung des Empfindens wahrnimmt. (z.B. Müdigkeit).
Ein erhöhter Pulsdruck hat in der Regel seine Ursache in einer Abnahme der Elastizität der großen Arterien als Folge einer fortgeschrittenen Arteriosklerose. Die gezielte Behandlung des erhöhten Pulsdruckes ermöglicht eine effektive Senkung des Risikos für Schlaganfall, Herzschwäche und Herzinfarkt. Der Normalwert kann bis 50 mmHg betragen. Die Methode der Wahl bei der Bestimmung dieses Risikofaktors ist die 24-Stunden-Blutdruckmessung (Langzeit-Blutdruckmessung).
Folgende Blutdruckwerte sind zu beachten:
- Systolischer arterieller Blutdruck (=maximaler, oberer Wert) ist der maximale Druck im Gefäß beim Zusammenziehen des Herzmuskels.
- Diastolischer arterieller Blutdruck (=minimaler, unterer Wert) gibt den Mindestdruck im Gefäß an. Dieser Wert ist das Maß für die Dauerbelastung der Gefäße. Ablagerungen in den Blutgefäßen lassen diesen Werte steigen.
- Herzfrequenz (HF)/ Herzschlagfrequenz bzw. Puls ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute und wird gemessen in bpm (Beats per Minute). Die Herzschlagfrequenz (HF) wird häufig mit dem Puls gleichgesetzt, was inhaltlich nicht richtig ist, weil die Herzschlagfrequenz nur ein Teilaspekt des Pulses ist. Die Pulsqualitäten umfassen neben der Häufigkeit des Herzschlages die Regelmäßigkeit, die Druckanstiegsgeschwindigkeit, den absoluten Druck und das Füllungsvolumen.
- Pulsdruck (Amplitude) ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck und beschreibt die Druckwelle, die mit jedem Herzschlag durch das Blutgefäßsystem läuft.
Zielblutdruck für Zystennieren-Patienten
Von der Hochdruckliga werden als Normalwerte 130 mmHg (mmHg Wert = Druckeinheit) /80 mmHg empfohlen. Für Zystennierenpatienten sind diese Ziel-Werte jedoch zu hoch. International werden deshalb folgende Zielwerte für den Schutz der Nieren und anderer Organe angestrebt:120 mmHg /80 mmHg.
Wie kann der Blutdruck gesenkt werden?
Der Blutdruck kann durch folgende Maßnahmen gesenkt werden.
Audiobetrag zur Gewichtsreduktion
Audiobeitrag von Prof. Kühn (mp3, Dateigröße 170 kB)
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