Wie gut funktioniert meine Niere?
Das Ausmaß einer Nierenerkrankung sowie die weitere Prognose hängen maßgeblich von der glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ab. Die GFR ist hierzu der grundlegende Parameter. Die GFR ist die Summe aller Filtrationsraten der einzelnen, funktionierenden Nephrone. Sie stellt zudem ein Maß für das funktionsfähige Nierenparenchym dar.
Die Fähigkeit der Nieren zur Regulation des Flüssigkeitshaushaltes, des Säure-Basen-Haushalts und der metabolischen Homöostase korreliert mit der glomerulären Filtrationsrate. Die GFR entspricht der Clearance einer Substanz, die frei filtriert, aber nicht tubulär sezerniert bzw. rückresorbiert wird. Die Bestimmung der GFR ist aufgrund der detaillierteren Aussagekraft ein zuverlässigeres Maß für die Funktionskapazität der verbleibenden funktionsfähigen Nephrone als das Serumkreatinin.
Kreatininwerte steigen erst an, wenn die Niere schon geschädigt ist
Das Serumkreatinin ist als „Nierenmarker“ mit einigen Problemen behaftet. Zum einen steigen die Serumkreatininwerte erst über die obere Normgrenze, wenn die GFR um mehr als die Hälfte reduziert ist. Man nennt dies den kreatininblinden Bereich. Zum anderen sind bei verminderter Muskelmasse die Kreatininwerte leicht erniedrigt, so dass gerade bei älteren Patienten mit noch normalen Serumkreatininwerten die Nierenfunktion bereits erheblich eingeschränkt sein kann. Erhöhte Kreatininwerte können auch bei Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Acetylsalizylsäure, Triamteren, Spironolacton) auftreten.
Veröffentlichung
Siehe auch Veröffentlichung "Kreatininwert allein ist kein" (PDF, Dateigröße 2800 kB) anläßlich des Präventions-Symposiums vom Jan 2007, der dialysepatient 2/2007
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Abschätzung der Nierenfunktion mittels einer Formel
Besser als die Abschätzung der Nierenfunktion anhand der Höhe eines Laborwertes (z.B. Kreatinin oder Cystatin C) ist die Bestimmung oder Berechnung der Clearance. Die seit 1935 durchgeführte Inulin-Clearance gilt heute immer noch als Gold-Standard (genaueste Methode).
Zur Berechnung ist derzeit die beste Methode die MDRD-Formel. Es gibt aber auch weitergehende Überlegungen zur Ermittlung aus Cystatin-C.
Nierenrechner zur Bestimmung der Nierenfunktion
Hier geht es zu den Formeln und zum Nierenrechner.
Übersichtstabelle zur Nierenfunktionsleistung
Die Nierenfunktionsleistung wird gemäß der Empfehlung der KDOQI in die folgenden Stadien eingeteilt:
Nierenfunktionsleistung nach den verschiedenen Stadien sortiert.
| Stadium |
Beschreibung |
GFR (ml/min)
/1,73m2 |
Maßnahmen |
Prevalence (%) |
| 1 |
Nierenerkrankung mit normaler GFR |
>90 |
Diagnose, spezielle Therapie
Progressionshemmung |
3,3 |
| 2 |
Nierenerkrankung mit milder Funktions- einschränkung |
60 - 89 |
Progressionshemmung |
3.0 |
| 3 |
Mittelgradige Niereninsuffizienz |
30 - 59 |
Diagnose und Behandlung von Sekundärkomplikationen |
4.3 |
| 4 |
Hochgradige Niereninsuffizienz |
15 - 29 |
Vorbereitung auf eine Nierenersatztherapie |
0,2 |
| 5 |
Terminales Nierenversagen |
<15 |
Beginn einer Nierenersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) |
0,1 |
Mit dem Nierenrechner kann die Funktionaus den Wichtige Laborwerte errechnet werden.