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Definition Blutdruck

Der Blutdruck ist der Druck des Blutes in einem Gefäß. So wird in der Fachsprache der exaktere Begriff des Gefäßdruckes verwendet. In verschiedenen Bereichen des Blutkreislaufs herrschen unterschiedliche Druckverhältnisse. Spricht man ohne näheren Zusatz vom Blutdruck, dann meint man in der Regel den arteriellen Druck in den großen Schlagadern auf Herzhöhe. Deshalb wird der Blutdruck immer in Herzhöhe gemessen.

Blutdruck als Risikofaktor

Ein zu hoher Blutdruck ist ein Risikofaktor für das Voranschreiten der Erkrankung. Eine gute Blutdruckeinstellung ist deshalb von besonderer Bedeutung. Der (hohe) Blutdruck stellt eine Lebensgefahr auf leisen Sohlen dar. Eine Blutdrucksenkung schützt langfristig alle Organe, auch wenn man subjektiv zunächst den Eindruck der Verschlechterung des Empfindens wahrnimmt (z. B. Müdigkeit).

Ein erhöhter Pulsdruck hat in der Regel seine Ursache in einer Abnahme der Elastizität der großen Arterien als Folge einer fortgeschrittenen Arteriosklerose. Die gezielte Behandlung des erhöhten Pulsdruckes ermöglicht eine effektive Senkung des Risikos für Schlaganfall, Herzschwäche und Herzinfarkt. Der Normalwert kann bis 50 mmHg betragen. Die Methode der Wahl bei der Bestimmung dieses Risikofaktors ist die 24-Stunden-Blutdruckmessung (Langzeit-Blutdruckmessung).

Folgende Blutdruckwerte sind zu beachten:

  • Systolischer arterieller Blutdruck (=maximaler, oberer Wert) ist der maximale Druck im Gefäß beim Zusammenziehen des Herzmuskels.
  • Diastolischer arterieller Blutdruck (=minimaler, unterer Wert) gibt den Mindestdruck im Gefäß an. Dieser Wert ist das Maß für die Dauerbelastung der Gefäße. Ablagerungen in den Blutgefäßen lassen diesen Wert steigen.
  • Herzfrequenz (HF) / Herzschlagfrequenz bzw. Puls ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute und wird gemessen in bpm (beats per minute). Die Herzschlagfrequenz (HF) wird häufig mit dem Puls gleichgesetzt, was inhaltlich nicht richtig ist, weil die Herzschlagfrequenz nur ein Teilaspekt des Pulses ist. Die Pulsqualitäten umfassen neben der Häufigkeit des Herzschlages die Regelmäßigkeit, die Druckanstiegsgeschwindigkeit, den absoluten Druck und das Füllungsvolumen.
  • Pulsdruck (Amplitude) ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck und beschreibt die Druckwelle, die mit jedem Herzschlag durch das Blutgefäßsystem läuft.

Zielblutdruck für Zystennieren-Patienten

Von KDIGO werden für ADPKD als Normalwerte 130 mmHg (mmHg Wert = Druckeinheit) /80 mmHg empfohlen.

Ein geringer Blutdruck (<120/80 gegenüber 140/90) reduziert Herzerkrankungen, aber nicht die Progression von PKD. Weitere Ergebnisse werden von HALT-PKD-Studie erwartet.

Wie kann der Blutdruck gesenkt werden?

Der Blutdruck kann durch folgende Maßnahmen gesenkt werden.

Medikamente zur Blutdruckeinstellung

Um die Zielblutdruckwerte zu erreichen, können Medikamente vom Arzt verordnet werden.
Folgende Medikamentengruppen sind verfügbar:

  • Diuretika: Wirken auf Natrium, schwemmen überflüssige Salze und Flüssigkeit aus. Das Blutvolumen wird kleiner, der Blutdruck sinkt.
  • Beta-Blocker: Wirken auf den Puls (Reduzierung), bremsen die Wirkung von Stresshormonen am Herzen. Es arbeitet dadurch langsamer, aber effizienter.
  • Calciumantagonisten: Senken die Spannung in den Gefäßwänden und im Herzmuskel und dadurch den Blutdruck.
  • ACE-Hemmer: Enzyme, blockieren die Bildung des gefäßverengenden Hormons Angiotension II, entspannen so die Gefäße. Der Blutdruck sinkt, die Nieren und das Herz werden entlastet.
  • Alfablocker: Hemmen Rezeptoren in den Gefäßwänden, die sich dadurch entspannen.
  • AT1 Rezeptorenblocker (Angiotensin-II-Rezeptor-Subtyp-1-Antagonisten, AT1-Rezeptorantagonisten, Angiotensin-Rezeptorblocker, „Sartane“): Sind eine Weiterentwicklung der ACE-Hemmer und die am besten verträglichen Blutdruckmittel.
  • Sympathikolytika

Primäre und Sekundäre Hyptertonie

Die Unterscheidung liegt in der Ursache. Bei einer primären Hypertonie findet sich keine Grunderkrankung als Auslöser. Bei Zystennieren gibt es eine klare genetische Ursache. Hier spricht man von einer sekundären Hypertonie. Auch ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft fällt unter den Begriff der sekundären Hypertonie.

Blutdruck und Sommer

Durch wärmeren Temperaturen weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Bei manchem ist dies so ausgeprägt, dass die Medikamentendosis angepasst werden muss.

Kurzfristige starke Temperaturschwankungen um mehr als 5 Grad innerhalb eines Tages erhöhen für Betroffene mit Bluthochdruck die Gefahr einen Herzinfarkt zu erleiden um etwa 60 %. Ebenso können vermehrt Herzrhythmusstörungen auftreten.

Welt-Hypertonie-Tag

Welt-Hypertonie-Tag jeweils am 17. Mai jeden Jahres

Bluthochdruck bei Zystennieren

  • Studien zum Blutdruck

    Frau Prof. Dr. med. Christine Kurschat

  • Einfluß des Blutdrucks auf die Zystenprogression

    Prof. Dr. med. Jürgen Wagner

  • Wenn der Druck zu groß wird

    Video der DGfN

  • Bluthochdruck entsteht frühzeitig

    Referent: Dr. med. Schmaderer