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Grundsätzliche Ernährungsempfehlungen

Wie allgemein wird auch nach einer Transplantation empfohlen, eine vitamin- und ballaststoffreiche sowie fett- und zuckerarme Ernährung einzuhalten.

In einigen Fällen kommt es nicht zuletzt durch die Wirkung der Medikamente zu Veränderungen wie:

  • Erhöhten Nierenwerten
  • Erhöhten Blutfettwerten (Cholesterin und Triglyceride)
  • Erhöhten Blutzuckerwerten (bis zu Diabetes mellitus)
  • Verstärktem Appetit, damit zu einer Gewichtszunahme durch vermehrte Fetteinlagerungen
  • Erhöhtem Blutdruck
  • Vermehrtem Muskel- und Knochenabbau (kann bis zu Osteoporose führen)
  • Diesen unerwünschten Nebenwirkungen können Sie mit einer bewussten Ernährung entgegensteuern:
  • Ihre Kost sollte aufgrund der erhöhten Anfälligkeit für Infektionen besonders im ersten halben Jahr nach der Transplantation keimarm sein (siehe Abschnitt Infektionen).
  • Viel zu trinken, ist nach einer Organtransplantation besonders wichtig. Empfohlen werden mindestens 3 Liter am Tag. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt Ihre Nieren und hilft die eingenommenen Medikamente und deren Spaltprodukte wieder auszuscheiden.
  • Bei erhöhten Blutfettwerten ist besonders wichtig, die Menge und Art der verzehrten Fette zu beachten. Unterschiede in der chemischen Struktur der Fette bewirken, dass der Cholesterin- bzw. Triglyceridspiegel beim Verzehr von Fett entweder erhöht oder gesenkt wird.
  • Bei erhöhten Blutzuckerwerten meiden Sie Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt; z.B. gezuckerte Getränke; Süßstoffe wie Cyclamat oder Saccharin können verwendet werden.
  • Bei Diabetes mellitus ist eine gute Einstellung der Blutfett- bzw. der Blutdruckwerte ebenso wichtig wie die Einstellung der Blutzuckerwerte.
  • Bei Übergewicht ist eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung wichtig.
  • Stark salzhaltige Lebensmittel und viel Salz in den Speisen können den Blutdruck erhöhen und zu Wassereinlagerungen in den Geweben führen. Versuchen Sie, Salz bei der Zubereitung durch Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter zu ersetzen.
  • Zur Vermeidung des Muskelabbaus täglich auf eiweißhaltige Produkte
  • Zur Vermeidung des Knochenabbaus täglich Lebensmittel mit einem hohen Kalzium- und Vitamin D-Gehalt verzehren 

Keimarme Ernährung

Infektionen entstehen, wenn Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller, Parasiten oder Prionen in den Körper eindringen, anhaften, sich in ihm vermehren und eine Reaktion der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) auslösen.

Ob es zu einer Vermehrung der Keime kommt und wie heftig die Infektion verläuft, hängt vom Verhältnis zwischen dem Keim („Gast“) und dem Immunsystem des Menschen (Wirt) ab, das bekanntlich bei Transplantierten über Medikamente bewusst geschwächt bzw. ausgeschaltet wird.

Empfehlungen zur keimarmen Ernährung:
- Fleisch, Geflügel und Fisch sollten immer gut durchgegarte werden, keine Rohwürste
- keine rohe Milch und daraus hergestellte Produkte wie z.B. Rohmilchkäse
- kein offenes Speiseeis und Softeis
- keine rohen Eier und Roheiprodukte wie z.B: Tiramisu oder selbstgemachte Mayonnaise
- kein Beerenobst, anderes Obst gründlich waschen und schälen
- die Grapefruit und deren Saft ebenfalls meiden, da die daran enthaltenen Substanzen mit den Immunsuppressiva in Wechselwirkung treten und die Blutspiegel stark verändern können
- Kräuter und Gewürze immer mitkochen
- keine rohen Pilze, Sprossen und Keimlinge
- die ersten 6-9 Monate keine Blattsalate
- keine rohen Nüsse

Weitere Informationen

Die tägliche Trinkmenge und Ausscheidung können Sie leicht wie andere Vitalwerte selbst dokumentieren und damit besser überwachen:

Nierenrechner

Infoblätter zur Ernährung

Mitglieder lesen mehr in unseren Infoblättern E20 bis E25 zur Ernährung.