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Sommerhitze und Nieren – was ist zu tun?

Lange haben wir auf den Sommer gewartet. Bei über 30 Grad Celsius wird der Sommer gerade von chronisch Nierenkranken als große Belastung empfunden. Es ist deshalb einiges zu beachten. Flüssigkeitsmangel muss unbedingt vermieden werden. Die Trinkmenge muss entsprechend erhöht werden. Denn Durst ist schlimmer als Schmerz.

Starke Beanspruchung des Körpers

Durch das Schwitzen gehen dem Körper Flüssigkeit verloren, wodurch auch das Blutvolumen abnimmt. Dadurch sinkt der Blutdruck, das Herz versucht dies auszugleichen, indem es schneller schlägt.

Vor allem das Herz-Kreislauf-System ist bei großer Hitze besonders gefordert, denn der Körper versucht sich zu kühlen, indem er die Blutzirkulation in der Haut erhöht, um Wärme an die Hautoberfläche abzugeben. Dadurch muss das Herz noch mehr arbeiten. Deshalb sollten Menschen mit erhöhtem Blutdruck natriumarme Getränke bevorzugen.

Menschen mit chronischer Nierenerkrankung sollten darauf achten, genügend zu trinken, denn auch die Nieren können unter zu wenig Flüssigkeit leiden. Ein stark riechender Urin, der kräftig gelb gefärbt ist, ist ein Anzeichen für zu wenig Flüssigkeitszufuhr.

Die Mechanismen des Körpers zur Gegenregulation (wie z.B. Schwitzen) können aus verschieden Gründen eingeschränkt sein. Dann kann es auch zu ernsten Krankheitsbildern kommen wie "Hitzschlag" oder auch einem "Sonnenstich."

Bei Hitze wird der Körper stärker beansprucht, was sich auch auf die Arbeit auswirkt: Konzentration und Leistungsfähigkeit nehmen ab, das Fehler- und Unfallrisiko steigt.

Mindestens die Hälfte des Körpers ist Wasser

Bereits ein geringer Mangel von fünf Prozent der üblichen Wassermenge macht dem Körper zu schaffen. Der Körper kann Wasser nicht speichern, deshalb müssen wir ständig für Nachschub sorgen.

Zu einem echten Problem wird der Wassermangel, wenn die Nieren ihn zu spüren bekommen. Denn sie sind für den Wasserhaushalt verantwortlich. Ihre Aufgabe ist es, überschüssige Flüssigkeit aus dem Organismus zu transportieren: Wir scheiden sie als Urin wieder aus.

Stellen die Nieren jedoch fest, dass zu wenig Wasser zur Verfügung steht, fahren sie die Urinproduktion zurück. Dass man austrocknet, bemerkt man deswegen auch daran, dass man weniger Urin ausscheidet, der zudem sehr dunkel ist und streng riechen kann. Um den Kreislauf vorerst aufrechtzuerhalten, regeln die Nieren den Blutdruck noch weiter herunter.

Nach spätestens zwei bis drei Tagen ohne Wasser wird es gefährlich, erklärt Markus van der Giet, Nephrologe an der Berliner Charité: "Die Nieren müssen zwangsentwässern. Wenn zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung steht, funktioniert das nicht. Und dann bringen sich die Nieren selbst um die Ecke." Sie kneifen die umliegenden Blutgefäße zu und schneiden sich damit selbst von der Versorgung ab. Die Folgen eines solchen Nierenversagens für den Organismus sind fatal. Er vergiftet sich selbst.

Gerade Dialysepatienten, die aus medizinischen Gründen kaum trinken dürfen, empfinden den Durst als schlimm.

Was sind Warnzeichen des Körpers?

Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel sind Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Auch Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und ein erhöhter Puls sind Warnsignale. Diese Warnzeichen des Körpers müssen Sie ernst nehmen.

Was können Sie selbst tun?

Passen Sie Ihren Tagesablauf der Hitze an: Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Mittagshitze und beschränken Sie Tätigkeiten im Freien auf die Morgen- und Abendstunden.

Körperliche Belastung vermeiden

Vermeiden Sie körperliche Belastungen, auch Sport.

Immer trinken, bevor der Durst kommt.

Durst ist ein Warnsignal für einen mangelhaften Flüssigkeitsbestand im Körper. Die Getränke sollten Zimmertemperatur haben und niemals eiskalt sein – denn dann muss der Körper Wärme produzieren, der Schweiß läuft und es beginnt ein Regelkreis, der schließlich mit Kreislaufproblemen endet."

Trinken Sie reichlich auch ohne Durst.

Trinken Sie reichlich alkoholfreie Getränke (insbesondere Trink- oder Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, Fruchtsaftschorlen) - auch ohne Durst. Meiden Sie Getränke mit Alkohol, Koffein oder viel Zucker sie können den Körper austrocknen.

Den erhitzten Körper mit ein paar Kugeln Eis zu verwöhnen, ist natürlich erlaubt. Aber wundern Sie sich nicht, wenn Sie dann mehr auf die Waage bringen!

Ernährung

Nehmen Sie jetzt besonders eine vitamin- und mineralstoffreiche Leichte Kost (Gemüse, Salate, Obst) zu sich.
Beachten Sie gerade auch im Sommer die Ernährung abhängig von Ihrem Krankheitsstadium.

Nicht in der Sonne aufhalten

  • Suchen Sie draußen den Schatten auf.
  • Tragen Sie einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille.
  • Benutzen Sie in der Sonne ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und meiden Sie die Sonne in der Mittagszeit (insbesondere Transplantierte)

Leichte Kleidung tragen

Tragen Sie leichte, nicht einengende Bekleidung in hellen Farben (Baumwolle).

Bei eingeschränkter Nierenfunktion bzw. Dialyse

Hier folgen Sie bitte den Empfehlungen ihres Nephrologen

Ferienfahrten

Hier finden Sie ergänzende Tipps