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Pressegespräche am 18.05.2018 im Nierenzentrum im HGH Bensheim
zum TAG DER ORGANSPENDE am 02. Juni 2018

(c) PKD Familiäre Zystennieren e.V.

Am 02.Juni ist der bundesweite Tag der Organspende. An diesem Tag soll auf die Not der Menschen aufmerksam gemacht werden, die dringend auf ein lebenswichtiges Spenderorgan warten. In den letzten Jahren geht die Zahl der gespendeten Organe stetig zurück. Dieser Trend muss umgekehrt werden.

Anlässlich des Tages der Organspende in Saarbrücken werben Bensheimer Betroffene, das Nierenzentrum im Heilig Geist Hospital (vertreten durch Dr. med. Klaus Bischoff), Vertreter der Krankenkassen (DAK Gesundheit vertreten durch Herrn Robert Gahler) und Bürgermeister der Stadt Bensheim Rolf Richter für die Bereitschaft zur Organspende. "Die Aufklärung der Bevölkerung ist mir ein großes Anliegen. Ich selbst bin Träger eines Organspendeausweises. Das Thema Organspende geht uns alle an. Jeder kann früher oder später in die Lage kommen, dass er oder sie dringend ein Spenderorgan benötigt. Deshalb ist es jetzt wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.", so Rolf Richter. Auch Thomas Catta, Pfarrer der Pfarrei Sankt Georg unterstützt die aus seiner Sicht sehr wichtige Veranstaltung. „Die Organspende ist ein besonders deutliches Zeugnis der Nächstenliebe und ein Zeichen gegen den Egoismus und für die Unentgeltlichkeit."

Organspenden retten Leben, Im Jahr 2017 wurden bundesweit 2867 Organe transplantiert, um schwer kranken Patienten ein neues Leben zu ermöglichen.
Der Bensheimer Thomas Schader war ca. 11 Jahre auf die Dialyse (Blutwäsche) angewiesen, bevor ein Organ zur Verfügung stand und er Transplantiert werden konnte. Seitdem kann er wieder ein fast normales Leben führen. Ohne Organspende wäre dies nicht möglich gewesen. Ein weiterer Transplantierter ist der Bensheim Uwe Korst, der die bundesweite Selbsthilfeorganisation PKD Familiäre Zystennieren leitet. „Ich bin jeden Tag dankbar für dieses großartige Geschenk des Himmels und setzte mich in der Selbsthilfe für Betroffene mit chronischer Nierenerkrankung in der Selbsthilfe ein", so Uwe Korst

Durch rechtzeitige fachärztliche Betreuung beim Nierenfacharzt (Nephrologe) kann der Dialyseeintritt durchaus verzögert werden. Wichtig ist es, dass die niedergelassenen Hausärzte eine beginnende Nierenschwäche erkennen und dann den Nierenfacharzt konsultieren. Wenn die Nieren dann ganz ausfallen, ist eine Nierenersatztherapie durch eine Dialyse oder eine Transplantation erforderlich.

Für viele ist eine Nierentransplantation nicht möglich, aufgrund des großen Organmangels. Leider ist Deutschland derzeit nahezu das Schlusslicht bei den Organspende-Zahlen im Vergleich der europäischen Länder. Die große Koalition hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zu treffen, um den Organmangel zu verringern: „Wir wollen die Zahl der Organspenden in Deutschland erhöhen. Dazu werden wir eine verbindliche Freistellungsregelung für Transplantationsbeauftragte schaffen und diese finanzieren. Die Organentnahme wird höher vergütet."

Jeder einzelne Bürger ist gefordert, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Denn jeder kann durch einen Unfall oder ein akutes oder chronisches Organversagen auf eine Organspende angewiesen sein. Die Krankenkassen informieren jährlich alle Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, über das Thema Organspende durch Aufklärungsmaterial und Organspendeausweise sowie Hinweise darauf, wer als qualifizierter Ansprechpartner für weitere Fragen zur Verfügung steht. „Wichtiger als die Frage einer Widerspruchslösung ist es, Überzeugungsarbeit zur Bereitschaft einer Organspende zu leisten. Schaffen wir es, große Teile der Bevölkerung zu überzeugen, so verbessert sich die Lage derer, die auf ein Spenderorgan warten wesentlich", sagt Robert Gahler.

Das Ausfüllen einer Organspende Erklärung ist ein völlig unbürokratischer Akt, der kaum Mühe erfordert.
Organspendeausweise sind in vielen Apotheken und Arztpraxen erhältlich. Der Ausweis kann aber auch über das Online-Bestellformular bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung angefordert werden. Ebenso ist es möglich, die Druckversion des Organspende-Ausweises auf dieser Homepage aufzurufen, sie selbst auszudrucken und den Ausweis-Vordruck auszufüllen.

Es ist sinnvoll, den Organspende Ausweis bei den Personalpapieren mit sich zu tragen, da in einer Unfallsituation hier als erstes nachgeschaut wird, um die Angehörigen verständigen zu können. Man kann den Ausweis aber auch bei Angehörigen oder einer nicht verwandten Vertrauensperson hinterlegen.

Die Beteiligten aus Bensheim unterstützen das gemeinsame Anliegen, dass durch den Organspende-Ausweis Klarheit geschaffen wird, ob eine Spende nach dem Tod in Frage kommt. Wenn er nicht vorliegt, müssen im Fall eines Unfalls oder einer plötzlichen schweren Erkrankung ansonsten die Angehörigen entscheiden; der Betroffene hätte dann keine Möglichkeit mehr, sein Persönlichkeitsrecht wahrzunehmen.
Organspende geht uns alle an. In Deutschland warten mehr als 10.000 schwer kranke Menschen auf die Transplantation eines lebensnotwendigen Organs.
„Nehmen Sie Organe nicht mit in den Tod, sondern schenken Sie Leben und Lebensfreude schon hier auf der Erde! Denn im Himmel werden die Organe nicht gebraucht, sondern hier auf Erden."

"Ich unterstütze jedoch, persönlich und auch als Pfarrer und Botschafter der christlichen Nächstenliebe, die gute und lebensrettende Idee des Organspendens", so Pfarrer Kunz von der Michaelsgemeinde Bensheim.

Fakten:

Organspenden 2017: 797 im Vergleich zu 1.046 im Jahr 2012,
Ende 2017 haben 7.620 Menschen in Deutschland auf eine Niere gewartet.

Statements:

Das Thema Organspende geht uns alle an. Jeder kann früher oder später in die Lage kommen, dass er oder sie dringend ein Spenderorgan benötigt. Deshalb ist es jetzt wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Deutschland ist Schlusslicht bei der Organspende. In kaum einem europäischen Land müssen so viele Menschen auf ein neues Organ warten oder sterben sogar, während sie noch auf der Warteliste sind. Das muss sich ändern!

Es ist wichtig, sich über das Thema Organspende angemessen zu informieren. Aber eine Skandalisierung des Themas hilft niemandem. Einzelne tragische Fälle von unverantwortlichem Handeln von einzelnen Ärzten dürfen nicht dazu führen, dass noch mehr Menschen sterben, während sie auf ein neues Organ warten.

+++  zentralen Großveranstaltung in Saarbrücken +++

Am Samstag, den 2. Juni 2018, ist der bundesweite Tag der Organspende. Auf der zentralen Großveranstaltung - in diesem Jahr in Saarbrücken-

"Richtig. Wichtig. Lebenswichtig."

Im Zentrum laden Informationsstände rund um die Themen Organspende, Transplantation und Gesundheit zum Informieren und Erleben ein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und beantworten gerne Ihre Fragen.

RICHTIG: Über 3.000 Menschen in Deutschland wurde im letzten Jahr durch Organspenden die Chance auf ein neues Leben geschenkt. Dafür wollen sie danken. Den Menschen, die mit einer Organspende geholfen haben. Den Menschen, die sich zu Lebzeiten für eine Organspende entschieden haben. Und allen Menschen, die sich Gedanken machen über das Thema Organspende.

WICHTIG: Seit knapp drei Jahren gilt für die Organspende die sogenannte Entscheidungslösung. Sie sieht vor, dass jeder Mensch sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und eine selbstbestimmte Entscheidung treffen sollte. Diese kann in einem Organspendeausweis dokumentiert werden.

LEBENSWICHTIG: Noch immer stehen über 10.000 Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan. Viele warten bereits seit Jahren - und zu viele warten leider vergeblich. Denn Organspenden sind noch immer selten und täglich sterben Patienten, denen mit einer Transplantation hätte geholfen werden können.

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