Geschenktes Leben

Organspende rettet Leben

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Informationen zur Transplantation

Gesetzliche Grundlagen

Das deutsche Transplantationsgesetz (TPG) ist seit dem 01. Dezember 1997 in Kraft. Im Juli 1997 wurde es vom Deutschen Bundestag mit einer großen Mehrheit verabschiedet. Zum 01. November 2012 wurde die bisherige erweiterte Zustimmungslösung durch die Entscheidungslösung ersetzt. 

Es regelt die Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung von Organen, die nach dem Tod oder zu Lebzeiten gespendet werden.

Das TPG schließt jeden Missbrauch aus und schafft Rechtssicherheit für Spender, Empfänger und alle an der Organentnahme Beteiligten. Es sorgt für Transparenz und Chancengleichheit unter allen Organempfängern, da die Verteilung streng nach bundesweit einheitlichen Richtlinien erfolgt.

Alle Bundesbürger sollen ihre eigene Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende auf Grundlage fundierter Informationen prüfen und schriftlich festhalten. Die Krankenkassen stellen ihren Versicherten dazu alle zwei Jahre einen Organspendeausweis und Informationsmaterial zur Verfügung, verbunden mit der Aufforderung, die persönliche Entscheidung schriftlich festzuhalten. Niemand ist jedoch verpfllichtet, sich zu entscheiden.

Der Wille des Verstorbenen zu Lebzeiten hat Vorrang. Ist er nicht dokumentiert oder bekannt, entscheiden die nächsten Angehörigen auf der Grundlage des mutmaßlichen Willens des Verstorbenen.

Aktionsplan der Europäischen Kommistion im Bereich Organspende und-transplantation (2009-2015)

Die Europäische Kommission hat eine Halbzeitbilanz des Aktionsplanes im Bereich Organspende und –transplantation unter dem Motto "Verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten" veröffentlicht.

Die Bewertung weist auf gute Fortschritte in den EU- Mitgliedstaaten hin. Insgesamt bestätigt der Bericht einen Anstieg sowohl der Organverfügbarkeit und der Anzahl der Transplantationen (2007: 28 080 Patienten transplantiert, 2012: 30 274). Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den EU-Ländern und es wird die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen unterstrichen. Auch ist besorgniserregend, dass trotz der erzielten Fortschritte im Jahr 2012 allein mehr als 4 000 Patienten auf den Wartelisten in der EU vor Zuteilung eines geeigneten Organs starben.

Seit dem Start des Aktionsplans im Jahr 2009 haben die meisten EU-Länder die zentrale Rolle der Spendertransplantationskoordinatoren in ihre Transplantationssystemenetabliert. Je nach dem Set-up, verifizieren Spendertransplantationskoordinatoren potenzielle Spender, nehmen Kontakt mit der Familie potenzieller Spender auf, organisieren die Abläufe in den Kliniken in Zusammenarbeit mit der Europäischen Organvermittlungsstelle "Eurotransplant" und organisieren die komplexe Logistik von der Spende bis zur Transplantation.

Ein weiteres positives Ergebnis ist, dass die Bemühungen der Mitgliedstaaten zu einem Anstieg der postmortalen Spenderzahlen geführt haben. Die EU hat wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen durch Co- Finanzierung von Ausbildungsprogrammen für Spendertransplantationskoordinatoren im Rahmen des Gesundheitsprogramms.

Eine wichtige Quelle für weitere Organe: Die meisten Mitgliedstaaten haben auch Lebendspende- Transplantations-Programme aufgestellt. Eine Lebend-Organspende hat in der Regel besonders gute gesundheitliche Prognosen für den Empfänger. Die entsprechenden Programme sind sehr gut in einer Reihe von EU-Ländern etabliert. Erfolgreiche Programme schützen auch die Spender effektiv durch gute medizinische Nachsorge. In dieser Hinsicht hat die EU den Austausch von Erfahrungen zwischen den EU- Ländern erleichtert und bietet Unterstützung bei der Errichtung von Spenderregistern und Methoden u. a. durch ein Handbuch für Behörden zur Etablierung von Lebendspende-Programmen.

Der Bericht skizziert auch die Arbeit für den restlichen Zeitraum des Aktionsplans (2014-2015) . Auf europäischer Ebene wird der Schwerpunkt auf die Lebendspende und die Organisation des internationalen Austausches von Organen gelegt, insbesondere wie Organe aus einem Mitgliedstaat, in dem sie nicht verwendet werden können, abgerufen werden sollen. Diese Organe sollten den Nachbarländern zur Verfügung gestellt werden. Solche Kooperationen können auch zur Entwicklung neuer Transplantationsprogramme führen in Ländern, wo noch keine solche Programme existieren.

Auf nationaler Ebene fordert der Bericht die Mitgliedstaaten unter anderem auf, die Anstrengungen zu verbessern in Bezug auf die Arbeit der Spendertransplantationskoordinatoren, indem Qualitätsverbesserungsprogramme eingeführt werden, Kommunikationsfähigkeit in den Gesundheitsberufen und Behörden zu verbessern und nach der Transplantation Auswertungsprogramme zu installieren, um die Ergebnisse der Transplantationen auswerten zu können.

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Lange Wartezeit in Deutschland

Rund 8.000 Dialysepatienten warten in Deutschland auf eine Nierentransplantation. Ihre Zahl ist fast dreimal so hoch wie die der pro Jahr übertragenen Organe. Im Jahr 2013 wurden 2.272 Patientinnen und Patienten transplantiert. Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Transplantation beträgt etwa fünf bis sechs Jahre.

Da die Wartezeit von verschiedenen Parametern wie Blutgruppe, Grad der Übereinstimmung der HLA-Merkmale, Antigene, räumliche Entfernung abhängt, kann die individuelle Wartezeit erheblich länger sein.

Wenn ein Organ eines Spenders zur Verfügung steht und ein rettender Anruf erfolgt, muss das Transplantationszentrum innerhalb von 4 Stunden erreicht werden können. Ist dies z. B. aufgrund einer Reise nicht möglich, muss eine temporäre Abmeldung beim Transplantationszentrum erfolgen.

Eine Verkürzung der Wartezeit ist durch eine Lebendspende möglich.

Vergabekriterien/Allokation

Von Eurotransplant wurde 1996 ein Zuordnungssystem (X-COMB) für die Nierentransplantation eingeführt, das von Dr. Thomas Wujciak und Professor Dr. Gerhard Opelz in Heidelberg entwickelt wurde.

X-COMB ist eine Software, die Punkte für eine Position auf der Warteliste vergibt. Die 5 Kriterien sind:

  • Übereinstimmung in den Gewebegruppen zwischen Spender und Empfänger (HLA-Match)
    - maximal 400 Punkte
  • Wahrscheinlichkeit für einen Patienten, ein gutes HLA-Match erreichen zu können
    - maximal 100 Punkte
  • Wartezeit  - 50 Punkte/Jahr in Deutschland
  • Transportdauer der Niere
    -maximal 200 Punkte in Deutschland
  • Mitgliedsland (Zusatzpunkt für nationalen Ausgleich von Mengen)
Transplantiert werden die Patienten mit der höchsten Punktzahl.

Historie zur Nierentransplantation

1902 vergeblicher Versucht durch Emerich Ullmann

Erstmals hatte sich der Wiener Chirurg Emerich Ullmann 1902 daran versucht. Er transplantierte einem Hund dessen eigene Niere am Nacken unter die Haut. Das Organ funktionierte fünf Tage.

1947 Transplantation jedoch Abstoßung

1947 gelang dem US-Mediziner David M. Hume in Boston eine Nierentransplantation an einer jungen Frau, doch das Organ wurde bereits nach einem Tag abgestoßen.

1954 erste erfolgreiche Nierentransplantation

Am 23. Dezember 1954 transplantierte der US-Chirurg Joseph Murray erstmals erfolgreich eine Niere. 36 Jahre später erhielt er dafür den Nobelpreis.

Entscheidung zur Lebendspende

"Wir waren überzeugt. dass es klappen wird." Als Ronald Herrick im Dezember 1954 vor der Entscheidung stand, seinem todkranken Zwillingsbruder Richard eine Niere zu spenden, zögerte er nach eigenen Angaben keine Sekunde lang. Dabei bestand für Zuversicht wenig Anlass: Bislang waren alle Versuche, Organe zu transplantieren, fehlgeschlagen.1962 gelang ihm die Transplantation durch Immunsuppression (vgl. Brian Medawar) auch bei genetisch nicht identischen Personen.
1963 wurde die erste Nierentransplantation in Deutschland durch Reinhard Nagel und Wilhelm Brosig durchgeführt, und zwar im Berliner Universitätsklinikum Charlottenburg (heute DRK Kliniken | Berlin Westend der DRK-Schwesternschaft Berlin) [20]
2004 gelang einem Team des Universitätsklinikums Freiburg unter Leitung von Günter Kirste zum ersten Mal in Deutschland eine Lebendnierenspendentransplantation, obwohl die Blutgruppen von Spender und Empfänger inkompatibel waren.

1962 Transplantation durch Immunsuppression

1962 gelang die Transplantation durch Immunsuppression auch bei genetisch nicht identischen Personen.

2004 erste AB0 inkompabible Lebendnierenspende

Am Universitätsklinikums Freiburg unter Leitung von Günter Kirste gelang zum ersten Mal in Deutschland eine Lebendnierenspendentransplantation bei unterschiedlichen Blutgruppen

Transplantation und Nephrektomie

  • Geschenktes Leben - Transplantation

    Geschenktes Leben - Ein Film der DGfN über Transplantation

  • Transplantation und Nephrektomie

    Ist eine Nephrektomie erforderlich bzw. wie wird sie durchgeführt?

Skalpell bitte

Universitätsklinik Heidelberg: Hier entscheidet sich das Schicksal der Eheleute Backs: Frau Kerstin ist unheilbar nierenkrank. Ehemann Andreas will ihr eine seiner Nieren spenden. "Skalpell bitte" zeigt die Transplantation in allen Einzelheiten, hautnah erläutert vom Operateur, anschaulich erklärt und moderiert von Susanne Holst.

YouTube-Video zur Live-Transplantation

Qualitätsberichte der Transplantationszentren

Die Berichte beruhen auf den Untersuchungen der externen vergleichenden Qualitätssicherung durch das AQUA-Institut und enthalten Angaben zu den Ergebnissen der Transplantationen, zur Nachbetreuung von Lebendspenden und zu den durchgeführten Maßnahmen der Qualitätssicherung.

„Für die DSO als Koordinierungsstelle für die Organspende ist die Qualitätssicherung innerhalb des Organspende- und Transplantationsprozesses von großer Bedeutung. Sie trägt wesentlich zur Sicherheit und zum Langzeiterfolg von Transplantationen bei", erklärte Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. „Die transparente und verständliche Darstellung der Qualität der Transplantationsergebnisse sind insbesondere für die Betroffenen und ihre Angehörigen wichtig, denn sie liefern unterstützende Informationen im Vorfeld einer Transplantation."

Die Transplantation ist ein etabliertes Behandlungsverfahren, das in etwa 50 Kliniken in Deutschland praktiziert wird. Die DSO bietet auf ihrer Website die Tätigkeitsberichte der Transplantationszentren nach § 11 Abs. 5 TPG zum Download an. Darin wird die Transplantationstätigkeit der Zentren in Zahlen dargestellt. Seit 2007 beinhalten die Tätigkeitsberichte auch die externe vergleichende Qualitätssicherung, die seit dem Berichtsjahr 2012 in einem separaten Bericht dargestellt wird. Die dargestellten Daten sind ein Auszug aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser gemäß §137 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4SGB V.

Zu den Qualitätsberichten

Therapie für PKD

Bislang gilt diese Krankheit als unheilbar. Abhilfe kann nur eine Transplantation schaffen. Doch nun soll ein neues Medikament das Zystenwachstum verlangsamen.

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